Marlies Resch: „Ich wollte ein schönes Festl machen“ (2)

Ein Jahr ist es her, dass ich Marlies Resch im gleichnamigen Gasthof in Vornbach getroffen habe. Der Abend ist mir in bester Erinnerung geblieben – und das darauffolgende Rosa Laub Festival ebenso. Dass sich in nur einem Jahr richtig viel tun kann, zeigt das Leben immer wieder. Marlies kann das nur bestätigen, als ich sie in Passau im Zauberberg treffe…

Der Zauberberg, das ist der Livemusik-Club, den es seit November 2017 gibt. Marlies ist die Geschäftsführerin. Und weil das nicht einfach so nebenher geht, hat sie ihren Halbtagsjob gekündigt, um sich nun voll und ganz auf das einzulassen, was ihr Herz hüpfen lässt. Der Veranstaltungskalender ist voll, Bands und Publikum nehmen den Club wunderbar an. „Nach gut einem Jahr wissen wir jetzt, was funktioniert,“ sagt Marlies.

„Es ist die Vielfalt, die den Zauberberg ausmacht“

Zu uns gesellt sich Juliane Ascher. Sie kommt gerade aus dem Bayerischen Wald, wo sie arbeitet und lebt. Juliane kümmert sich ehrenamtlich um PR und Booking für den Zauberberg und fürs Rosa Laub Festival. Außerdem ist sie die Schlagzeugerin von „The Stringers„, einer Waidler-Band, die mit ihrem Indie-Rock immer weitere Kreise ziehen will. „Es ist die Vielfalt, die den Zauberberg ausmacht,“ sagt Juliane und Marlies nickt. „Natürlich liegt der Schwerpunkt auf Livekonzerten. Aber hier gibt’s auch DJ-Abende, Theater, Kino – da ist für jeden was dabei.“

Mit einem zufriedenen Lächeln erzählt Marlies von einem älteren Pärchen, das sich erst nicht so recht rein traute und auf ihr gutes Zureden hin dann doch einen schönen Abend im Zauberberg erlebte. „Sie haben sich sehr wohlgefühlt,“ sagt sie. So ein Club soll für alle da sein, nicht nur für die vermeintlich „Jungen“, die heute oft konservativer sind als so manche Mittsechziger. „Manche waren schon vor 20 Jahren da, als der Club noch eine Disco war,“ erzählt Marlies weiter. „Die sind dann einfach neugierig, wie es heute hier ausschaut.“

„Wie in einem Wohnzimmer…“

An der Optik hat sich nicht viel geändert, nachdem der Zauberberg nach 20 Jahren aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Juliane schwärmt von der gelungenen Aufteilung. Unten die Bühne, oben die Lounge mit der Bar. Beide Bereiche sind mit Panoramafenstern verbunden. „Oben fühlt man sich wie in einem Wohnzimmer,“ sagt Juliane und drückt sich in den Polstersessel.

Aktuell sind Marlies, Juliane, Valentin und Fabi mit den Vorplanungen fürs nächste Rosa Laub Festival beschäftigt, das in diesem Jahr zum siebten Mal über die Bühne geht, heuer vom 12. Bis zum 14. Juli. Heuer ist der Zauberberg zum ersten Mal Veranstalter, nicht mehr wie bisher der Kunstwerk e.V. „Wir wollen zusammenwachsen,“ sagt Marlies. „Der Musikförderverein, der Zauberberg und das Rosa Laub Festival sollen eine starke Gemeinschaft bilden.“ Eine starke Gemeinschaft besteht demnach nicht nur aus Marlies und Juliane – gut 30 Leute packen mit an, damit das Festival wie gehabt ein feines Erlebnis wird.

Kinder erwünscht

Ich erinnere mich an die Stimmung im vergangenem Jahr: Zum Auftakt kam ich mit Mann und damals dreijährigem Sohn, ein großer Fan der „Stringers“, die das Festival eröffneten. Ein kleines Kind auf einem Festival? Beim Rosa Laub kein Problem, im Gegenteil: „Kinder gehören dazu,“ sagt Marlies. „Sie sind mit der Grund, warum es bei uns so friedlich ist. Die Leute freuen sich, dass sie auf dieses Festival ihre Kinder mitbringen können. Hier feiern Jung und Alt miteinander.“

Schon beim Hineingehen aufs überschaubare, heimelige Festivalgelände, das eigentlich nur aus dem großen Innenhof mit Scheune und dahinter liegender Wiese besteht, fühlt es sich ganz zauberhaft an. Hier duftete es nach gutem Essen, da klappern Teller, dort baumeln bunte Bänder vom großen Baum in der Hofmitte. Auf der Wiese vor der Bühne liegen und sitzen Menschen, überall springen Kinder herum. Das Publikum ist nicht nur altersbedingt bunt gemischt. Die aufgestylte Dame in Stöckelschuhen an der Bar gehört genauso dazu wie der ältere Herr mit langem weißen Bart oder das Mädel im Batik-Rock.

„Die Mischung macht’s“

Marlies‘ Großeltern waren vergangenes Jahr auch da. „Ihnen hat’s gut gefallen,“ sagt Marlies. Im Scheunendurchgang gibt’s gemütliche Sitzplätze und hinten auf der Wiese neben einem Kinderprogramm ein kleines Zirkuszelt, die Ministage, auf der mal ein Solomusiker seine Songs zum besten gibt oder ein Puppentheaterstück aufgeführt wird.

Heuer wird das Festival von den „Smoking Pipes“ eröffnet, einer Schülerband aus Passau. „Es war einer der Hauptgedanken, regionale Bands zu fördern und ihnen die Gelegenheit eines Auftritts zu geben,“ sagt Marlies über die Beweggründe, das Rosa Laub ins Leben zu rufen. Und natürlich wollte sie selbst ein gemütliches Festl feiern, wie sie schon vor einem Jahr lächelnd verriet. „Die Mischung mit bekannten Bands macht’s. Dabei ist jedes Genre, alles was uns selbst auch gefällt,“ ergänzt Juliane.

„Das Dorf ist Teil des Festivals“

So spielen am Freitag außerdem „Pabst“ und „Odd Couple“ aus Berlin sowie „No Money Kids“ aus Paris. Auf der Ministage zeigt „oh sleep“ aus Bonn sein Können. Am Samstag, dem Festival-Haupttag, geht’s schon ab 13 Uhr mit dem Puppentheater für die kleinsten Besucher los. Es folgen „Jabbadafunk“ aus Freising, „Sketches on Duality“ aus Wien, „The Sonic Brewery“ aus dem Rottal, „INTRA“ aus Linz und „ZICO„“ aus Franken. Ab 23 Uhr werden die Live-Band vom DJ-Duo „Anna Mader & Valentin Brandes“ abgelöst.

Traditionell beginnt der Sonntag mit einem Weißwurstessen. Dazu gibt’s Musik, aber nicht so zünftig wie im Bierzelt, wir sind ja hier nicht auf dem Volksfest. Zwei Rottaler Bands betreten an diesem Vormittag die Bühne: „Sex á la Bamba“ mit bayerischem Punk-Rock und „Phonogen“ mit funky Sound und österreichischem Akzent.

Drei Tage Rosa Laub – das heißt nicht nur für die vielen Stammgäste: Zelten auf der Dorfwiese, die gleich gegenüber dem Gelände liegt. Nahtlos ans Gelände schließt sich der Gasthof Resch an, das Zuhause von Marlies. Ihre Eltern helfen selbstredend mit – eigentlich ist das ganze Dorf involviert. „Das Dorf ist Teil des Festivals – der Inn, der Dorfweiher, der Bäcker nebenan, alles gehört dazu,“ bestätigt Marlies.

„Das gibt’s auf keinem großen Festival“

Nicht nur Besucher aus der Region suchen und finden das kleine Festival, das längst kein Geheimtipp mehr ist. „Die Besucher kommen auch aus Wien und Berlin. Wir bekommen viel positives Feedback. Im letzten Jahr waren wir voll besucht und gut am Limit,“ sagt Marlies und klingt dabei glücklich und stolz. Dass ihr kleines Hoffest so gut ankommt, das hat sie sich gewünscht. „Jedes Jahr lernen wir neue Leute kennen, die mitmachen wollen,“ erzählt sie weiter. „Das gibt’s auf keinem großen Festival.“

Warum das so ist, kann sich auch Juliane leicht erklären: „Es geht nicht um Konsum pur. Das Rosa Laub Festival ist wie eine Märchenwelt, in die ein Abtauchen möglich ist.“ Das gilt nicht nur für die Besucher, die die unvergleichliche Stimmung zu schätzen wissen. Auch die Bands fahren nach ihrem Auftritt nicht gleich wieder heim, sondern bleiben und feiern mit. So vermischen sich Künstler und Besucher und schaffen ein familiäres Miteinander. Das wird auch heuer nicht anders sein.

Gesucht: Ein großer Festival-Platz

Marlies und Juliane werfen sich geheimnisvolle Blicke zu. „Sollen wir es sagen?“ fragt Juliane. „Aber nicht alles,“ antwortet Marlies und lacht. Kleine Pause, dann sagt sie feierlich: „Wir haben was vor. Wir planen ein neues Festival. Dafür suchen wir einen Platz rund um Passau für 2.000 bis 5.000 Leute.“ „Eine große Wiese mit einem Vereinshäusl wäre super,“ fügt Juliane hinzu. Was die beiden da für ein Festival starten wollen, verraten sie aber noch nicht. Sie grinsen. Bis zu 5.000 Leute – ein kleines Hoffest wird das nicht. Aber gewiss was ganz Feines, wenn es aus der Zauberberg-Schmiede kommt, so viel ist gewiss.

Wenn Du einen geeigneten Platz für die beiden weißt – sei es nun eine große Wiese eines Landwirts oder ein Fußballplatz – sag Bescheid! Du kannst Marlies einfach anrufen unter 0176-576 899 06 oder ihr eine E-Mail schreiben: info@zauberberg-passau.com.

Karten fürs Rosa Laub Festival gibt’s hier.

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Hier gibt’s weitere Infos…

Zauberberg gUG (haftungsbeschränkt)

Marlies Resch

Telefon: 0 176 576 899 06
Anschrift: Franz-Stockbauer-Weg 1
94032 Passau

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