Nah dran am Unternehmertum: Steuerberater Karl Toldrian und seine Centura

Pocking Mitte. Auf der einen Seite steht das Rathaus, auf der anderen das Gebäude, in dessen Obergeschoss die Räumlichkeiten der Steuerkanzlei Centura liegen. Der Chef heißt Karl Toldrian, ist 37 Jahre alt und hat hier einen Teil seiner Kindheit verbracht. Zusammen mit seinen Kollegen Fritz und Fabian Erbersdobler leitet er heute die Kanzlei mit Büros in Pocking und in Fürstenzell, hat sich spezialisiert auf Firmengründungen und Heilberufe und beweist im Portrait, dass die Arbeit eines Steuerberaters nicht so staubig sein muss, wie man vielleicht meinen möchte.

„Meine Oma wollte wissen, dass es weitergeht“

Wir sitzen im Besprechungsraum mit Blick aufs Rathaus. Draußen schneit es dicke Flocken, drinnen gibt es Kaffee, in den Regalen Fachbücher, auf dem Tisch liegt der obligatorische Taschenrechner samt Block und Kugelschreiber. „Das war mal das Wohnzimmer meiner Oma,“ sagt Karl Toldrian. Mit der Oma und den Eltern hat er seine Kindheitsjahre in diesem Haus verbracht. Der heutige Parkplatz ist der einstige Garten. Dort hat Karl Toldrian Fußball gespielt, erste Partys gefeiert – und dort stand auch der Apfelbaum, der die Früchte für Omas legendären Strudel lieferte. „Meine Oma wollte wissen, dass es weitergeht. Dass heute hier mein Büro ist, ist sicher in ihrem Sinne,“ sagt er.

Noch bevor die Centura einzog, lebte Karl Toldrian mit seiner eigenen Familie hier. Seine Mädels sind heute sieben und zwölf Jahre alt, er gibt damit einen recht jungen Papa ab. Auch hier erinnert er sich an die Oma, die zu sagen pflegte: „Kinder muss man bekommen, wenn man jung ist.“ Selbst, wenn das zunächst eine gewaltige Umstellung bedeutete, wie der 37-Jährige selbst sagt: „Meine Frau und ich haben beide noch studiert und unsere Freunde waren noch Lichtjahre von eigenen Kindern entfernt.“ Heute ist er froh, dass sie als Paar diese logistische Herausforderung gemeistert haben – Kinder, Studium, Prüfungen, Jobs, Sport, Freizeit, Freunde… In so jungen Jahren genügte die Energie für alles.

„Ich lasse mich gern verbessern“

Heute sind die Kinder aus dem Gröbsten raus, wie man so schön sagt. Und Karl Toldrian ist noch immer jung genug, um für sein Steuer-Baby Energie zu haben. Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es die Centura, ein Name, den er sich selbst ausgedacht hat: „Das steckt das Wort zentral drin – und wir sind hier ja mitten in Pocking. Und ich finde, es klingt positiv.“ Centura ist das Ergebnis der Fusion der Kanzleien Erbersdobler aus Fürstenzell und Toldrian & Partner. „Es läuft hervorragend,“ sagt Karl Toldrian und hat nur gute Worte für seine gut 20 Mitarbeiter übrig. Bester Einsatz, gute Stimmung, fester Zusammenhalt, super Umgangston, keine übertriebenen Hierarchien – all das sagt er und sieht dabei sehr zufrieden aus.

Manche Mitarbeiter haben den heutigen Chef noch als Student kennengelernt. „Sie haben mir viel beigebracht und ich lasse mich auch heute noch gern verbessern und kritisieren,“ sagt Karl Toldrian und lacht. Da stellt sich doch die Frage… Warum möchte man denn Steuerberater werden? Feuerwehrmann, Pilot, Baggerfahrer, Steuerberater? Eher nicht. „In der Schule war ich ein Mathetyp. Ich war nie schlecht, aber auch nie besonders fleißig,“ erinnert sich Karl Toldrian. Nach dem Abitur folgte das BWL-Studium. „Das war gut, das Thema Steuern hat mich einfach interessiert und ich hab mich schon zu Vordiplomzeiten festgelegt,“ erzählt er. „Mir war klar, dass ein langer Ausbildungsweg vor mir liegt.“

Zwei Pockinger in Ohio

Vor zehn Jahren legte Karl Toldrian sein Examen zum Steuerberater ab, ein Jahr darauf folgte die mündliche Prüfung. „Das war nicht ohne. Die Durchfallquote ist sehr hoch. Da hab ich zum ersten Mal richtig lernen müssen,“ erzählt er. Bei den Eltern hat er sich dazu im Keller eingesperrt und sich geschworen: „Das mach ich kein zweites Mal.“ Das war auch nicht nötig – nach den bestandenen Prüfungen durfte sich Karl Toldrian endlich mit dem Titel Steuerberater schmücken. Aufatmen auf allen Seiten – auch bei seiner Frau, die mit der älteren Tochter viel auf ihn verzichten musste, ihn aber immer unterstützt hat, wie Karl Toldrian sagt.

Da kommt er schon ins Schwärmen und er erzählt gern ihre außergewöhnliche Kennenlern-Geschichte: Damals im Studium ging Karl Toldrian für ein Jahr in die USA, nach Ohio. Und genau dort ist er seiner Frau näher gekommen – auch eine Pockingerin. Vom Sehen haben sie sich schon gekannt, bevor es über den großen Teich ging, haben sie sich noch auf bayerischen Boden auf einen Kaffee verabredet und fanden sich gar nicht zwider. Drüben haben sie im selben Haus gelebt und so ergab eins das andere. Zeitgleich war Karl Toldrians Schwester in den USA. Da bangten die Eltern schon, die Kinder würden nicht mehr zurückkommen. Unbegründet.

„Essen hält Familien zusammen“

Karl Toldrian ist mit seiner Frau mittlerweile 13 Jahre lang verheiratet und beide sind ihrer Heimat Pocking treu geblieben. „Pocking ist keine Schönheit, aber ich fühle mich wohl hier. Ich schätze den ländlichen Raum und die Möglichkeit, gleich von daheim weg spazieren zu gehen. Das ist Lebensqualität.“ Dazu tragen auch die Großeltern bei, die wichtige Bezugspersonen und aus dem Alltag nicht wegzudenken sind. Seine Frau arbeitet als Lehrerin am Simbacher Gymnasium, Englisch, Wirtschaft und Geschichte, „das ist ihre Bestimmung.“ Oft gehen die Mädels von der Schule zu Oma und Opa zum Essen und Hausaufgabenmachen.

Auch seine ältere Schwester ist nicht in den USA geblieben. Sie lebt heute in Chieming. Und die jüngste Schwester hat sich in Berlin niedergelassen. Oft sehen sich alle miteinander nicht und wenn, dann genießen alle die gemeinsame Zeit. Meistens mit einem guten Essen von der Mama. „Essen hält Familien zusammen,“ da ist sich Karl Toldrian sicher. „Ich komme aus einer guten, intakten Familie,“ sagt er über sein Elternhaus. Mit drei Frauen ist er aufgewachsen – und drei Frauen sind auch heute seine Familie. „In vielen kleinen Alltäglichkeiten muss ich mich der weiblichen Übermacht beugen,“ sagt Karl Toldrian und schmunzelt gemütlich. Und weil er es von daheim nicht anders kennt, kommt er auch im Büro mit seinen Kolleginnen bestens zurecht.

„Das macht meinen Beruf viel lockerer“

Sein Büroalltag ist nur halb so klischeehaft, wie man denken möchte: Nur Zahlen eintippen, mit dem Finanzamt reden, Kaffee trinken und Ordner wälzen – so läuft das bei Centura nicht. Eins von Karl Toldrians Spezialgebieten sind Existenzgründungen: „Mein erstes eigenes Mandat war ein Freund, mit dem ich Tennis gespielt habe. Er hat sich selbstständig gemacht und ich durfte ihn auf seinem Weg betreuen.“ Das Wissen, das sich Karl Toldrian dadurch angeeignet hat, erweitert er nun laufend. Er unterstützt Gründer in sämtlichen Fragen – von der Bewertung der Gründungsidee bis hin zur Finanzierung und der Beantragung von Zuschüssen und Förderungen. „Das macht meinen Beruf viel lockerer,“ sagt er.

Gerade bei den Neugründungen gibt es viele knifflige Fälle. Manches ist schwer einzuordnen, weil noch keine gesetzlichen Regelungen existieren. Zum Beispiel elektrische Dienstleistungen oder Onlineshops. „Dann lese ich mich ein und recherchiere, ob es bereits ähnliche Fälle und Rechtsprechung dazu gegeben hat,“ sagt Karl Toldrian.

„Jetzt werde ich langsam entspannter“

Karl Toldrians zweites Spezialgebiet sind Heilberufe. Zum Fachberater für Heilberufe hat er sich ein weiteres Jahr ausbilden lassen. Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten – alle sind bei ihm in Steuerfragen gut aufgehoben. „In diesen Berufen gibt es eine eigene Honorarordnung und viele Besonderheiten,“ sagt er. Mit seinen beiden Spezialisierungen hat er sich einen guten Namen verdient. „Die ersten fünf Jahre mit Centura waren viel Aufbauarbeit – jetzt werde ich langsam entspannter.“

In den ersten Jahren hat sich Karl Toldrian nur wenige Urlaubstage im Jahr gegönnt. Wenn er abends aus dem Büro kam, brachte er die Kinder ins Bett, um danach bis Mitternacht weiterzuarbeiten. Am Sonntag nach dem Frühstück folgte die Vorbereitung auf die Woche. Das verlangte nicht nur ihm selbst viel ab – auch die Familie musste viel einstecken. Heute läuft das nicht mehr so: „Ich bin besser und effizienter geworden. Ich habe Erfahrungen gesammelt und fühle mich viel sicherer. Das gute Vertrauensverhältnis zu meinen Mandanten spricht dafür.“ Und das erlaubt es Karl Toldrian, sich auch mal eine Auszeit zu gönnen, in der er mit der Familie gern Ski fährt, auf Berge steigt, musiziert oder einfach nur auf dem Kanapee sitzt und gemütlich einen Film schaut. Oder aber die Toldrians Essen was Feines zusammen – denn das hält die Familie zusammen, wie wir wissen…

Centura

Karl Toldrian

E-Mail: info@centura.de
Telefon: 08531-31071-0
Anschrift: Simbacher Straße 19
94060 Pocking

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